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Es liegt was in der Luft

Es liegt was in der Luft

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Im September des vergangenen Jahres saßen in der Hamburger Markthalle mehrere hundert Menschen zusammen und diskutierten unter anderem über folgende Fragen: Warum werden Städte, wenn Sie wachsen, stets auch innovativer und vielfältiger? Und warum verhält es sich mit Unternehmen meistens genau anders herum?

Ein ehemaliger McKinsey-Mann ist mit seinem Handbuch über neue, innovative Formen der Zusammenarbeit auf den Bestseller-Listen gelandet, sein Werk wird als herausragendes Beispiel für eine neue Forschungsrichtung bezeichnet, die von folgender Grundannahme ausgeht: „Wenn wir die Probleme unserer Zeit lösen wollen, werden wir neue Organisationsformen brauchen.“

Eine Werbeagentur arbeitet daran, kollaboratives Arbeiten und die dazugehörigen Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz messbar zu machen. In Anlehnung an die bekannten Messgrößen „Key Performance Indicators“ (KPI) wurden die „Key Emotional Indicators“ (KEI) entwickelt. Eine dazugehörige App soll dabei helfen, den Grad und die Qualität der kollektiven Zusammenarbeit zu bestimmen.

Drei Projekte, drei unterschiedliche Blickwinkel, aber ein und dieselbe Fragestellung: Wie gestalten wir in Zukunft unsere Unternehmen und wie werden wir gemeinsam arbeiten? Eine Frage, die derzeit in unterschiedlichsten Branchen und Disziplinen diskutiert wird – aus vielfältigen Beweggründen: Mitarbeiter wollen sinnstiftend arbeiten und erwarten ein flexibles Jobumfeld. Führungskräfte haben immer häufiger den Eindruck, dass die traditionellen Methoden der Unternehmensführung ausgereizt sind. Und die Unternehmen selbst brauchen Innovationen – in viel kürzeren Zyklen, als es bislang der Fall war. Kurzum: Es liegt etwas in der Luft, von dem noch keiner so richtig sagen kann, wohin „es“ uns führt. Fest steht nur, dass sich unzählige spannende Projekte und Initiativen ihre Gedanken um alternative Wege zu unseren tradierten Konzepten von Wirtschaft, Arbeit und Kommunikation machen. Ob es um digitale Transformation, neue Wege in der Unternehmenskommunikation, New Work, Unternehmensdemokratisierung, Arbeiten 4.0 oder um die Erzeugung von Innovationen geht: Über kurz oder lang landet jede Diskussion und jede Theorie bei den strukturellen und kulturellen Rahmenbedingungen, die die Arbeit von Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und die Funktionen unseres Wirtschaftssystems selbst bestimmen.

Wie gestalten wir in Zukunft unsere Unternehmen?

Der Salon für Kommunikation sieht sich an dieser Stelle in der Tradition der großen literarischen und wissenschaftlichen Salons des 18. und 19. Jahrhunderts. Unterschiedlichste Ansätze rund um die Frage nach der Zukunft unserer Organisationen und Unternehmen sollen hier in Zukunft gebündelt und insbesondere unter kommunikativen Aspekten beleuchtet werden. Es geht um neueste Theorien und um innovative Beispiele aus der Praxis. Befürworter radikaler Veränderungstheorien erhalten ebenso eine Stimme wie ihre Gegner. Inspiration und Information werden gleichermaßen großgeschrieben. Schlaglichtartig soll die Vielfalt einer Entwicklung dargestellt werden, von der bislang keiner sagen kann, in welche Richtung sie unsere Art des Arbeitens, Wirtschaftens und miteinander Kommunizierens führen wird. Und weil es sich um ein echtes Spannungsfeld mit unzähligen Schnittmengen zwischen den traditionellen Fachrichtungen Strategie, Organisation, Kommunikation und Human Resources handelt wird es hochgradig interdisziplinär. Und spannend. Mit ungewissem Ausgang …

Weiterführende Links
http://de.slideshare.net/YearOfTheGoat/yotg-hamburg-dr-kimo-quaintance-the-great-paradigm-shift-from-hierarchies-to-networks
http://www.reinventingorganizations.com
http://www.grabarzundpartner.de