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Key Emotional Indicators – Collaboration wir...

Key Emotional Indicators – Collaboration wird messbar

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Teamwork und gute Zusammenarbeit sind ein bedeutender Schlüssel zu Innovation und unternehmerischem Erfolg. Was klingt wie eine Binsenweisheit entpuppt sich immer stärker zu einer echten Herausforderung für Unternehmen und Mitarbeiter. Denn im Arbeitsalltag verhält es sich doch meistens so: Mitarbeiter brauchen Freiraum, um zielführend, effektiv und innovationsorientiert zu arbeiten. Führungskräfte und Geschäftsleitung hingegen haben das dringende Bedürfnis, Erfolge messbar zu machen und Misserfolgen durch gezielte Steuerung vorzubeugen. Hemmnisse und Widerstände sind also vorprogrammiert.

Mit dem in Hamburg entwickelten Prinzip der Key Emotional Indicators (KEI) könnte dieses Dilemma bald behoben sein. Der Begriff lehnt sich bewusst an jene Schlüsselkennzahlen an, mit denen wirtschaftlicher und unternehmerischer Erfolg gemessen werden, den sogenannten Key Peformance Indicators (KPI). KPI werden überall dort eingesetzt, wo es darum geht, Effizienz und Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens zu überprüfen. Auf diese Weise werden einzelne Prozesse aber auch komplette Bereiche eines Unternehmens, wie zum Beispiel Beschaffung, Marketing, Produktion und Finanzen in regelmäßigen Abständen überprüft.

Soft Skills werden zu Fakten

Die Key Emotional Indicators zielen darauf ab, die Zusammenarbeit in einem Team, neudeutsch Collaboration, in einzelnen Komponenten sichtbar und messbar zu machen. Das Prinzip arbeitet mit drei zentralen Schlüssel-Faktoren: Wertschätzung, Empathie und Integrität. Diese drei sind nach Ansicht von Experten unerlässlich für ein kollaboratives, effektives Arbeiten unter Kollegen. Unter Wertschätzung ist in diesem Fall ein respektvoller Umgang untereinander und mit den Arbeitsergebnissen des Teams zu verstehen. Dabei spielt es offenbar eine große Rolle, dass die Akteure bewusst darauf verzichten, eine wertende Haltung einzunehmen. Empathie bezieht sich auf die miteinander arbeitenden Personen und auf den Prozess des gegenseitigen und inhaltlichen Verständnisses. Der Begriff der Integrität beinhaltet eine ehrbare, seriöse Haltung gegenüber anderen Teammitgliedern. Werden alle drei Faktoren – Wertschätzung, Empathie und Integrität – in einem Unternehmen gefördert und hochgehalten, bestehen  beste Chancen für collaboratives Arbeiten in den Teams. Das zumindest betont Stefanie Kuhnhen-Stein von Grabarz & Partner, Initiatorin und Entwicklerin des KEI-Prinzips.

Die Arbeit zum KEI-Prinzip gründet unter anderem auf wissenschaftlichen Untersuchungen aus dem  Forschungsgebiet des Kooperativen Lernens. Kern dieser Disziplin ist die Annahme, dass es beim Lernen um weit mehr als den Erwerb von Faktenwissen geht. Der Austausch über das Gelernte sowie persönliche Denkmuster und Lernpraktiken sind für den Lernerfolg ebenfalls von großer Bedeutung, weshalb effektives Lernen letztlich nur im Austausch mit anderen funktioniert. Wissenschaftler gehen davon aus, dass lebenslanges und kooperatives Lernen vor allem vier Fähigkeiten braucht: Die sichere Anwendung von kommunikativen Strategien, die Fähigkeit zur Interaktion, eine kooperationsfördernde Werthaltung und Konfliktmanagement. Der Ausbau dieser Fähigkeiten erfordert nach Ansicht von Experten ein entsprechendes Wertesystem. Aus diesem Grund arbeitet das Prinzip der Key Emotional Indicators in Ergänzung zu den drei Schlüsselfaktoren mit einem erweiterten Set an Werthaltungen: Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, Toleranz, Zuverlässigkeit und Solidarität sowie Offenheit, Empfindsamkeit,  Authentizität und Aufrichtigkeit. Mit dem kompletten Set an KEIs sollen in Zukunft die sogenannten Soft Skills messbar werden, eine entsprechende Methode befindet sich gerade im Test.

Allein die Idee des KEI-Prinzips macht allerdings deutlich, dass eine zentrale Erkenntnis offenbar nicht oft genug betont werden kann: Das beste Ergebnis erzielen wir, wenn anstelle unserer Persönlichkeit das gemeinsame Ziel im Vordergrund steht.

Weiterführende Links und Quelle Grafik:
http://www.slideshare.net/YearOfTheGoat/killing-opposites-brands-businesses-and-babies-68595623?qid=0f1949be-a7b5-497c-989d-4e8a9ed965d2&v=&b=&from_search=3

Bild:
mosaiko / photocase.de